Auerbach im Vogtland

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Konzept für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Auerbach

(beschlossen vom Stadtrat der Stadt Auerbach im Dezember 2011)

Die Stadt Auerbach stellt sich zum Ziel, dass für jedes Kind, für das eine Betreuung in einer Kindertageseinrichtung gewünscht wird, ein Platz zur Verfügung gestellt werden kann. Das Angebot soll in Hinblick auf Qualität die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen bzw. darüber hinausgehen. Das Ziel ist, eine auf das jeweilige Kind abgestimmt individuelle Betreuung und Förderung zu ermöglichen. Dabei ist das Wohl des einzelnen Kindes unser höchster Anspruch. Erst wenn die Kinder sich wohlfühlen und die Eltern mit der Betreuung und Förderung zufrieden sind, ist unser Ziel erfüllt.

„Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege begleiten, unterstützen und ergänzen die Bildung und Erziehung des Kindes in der Familie. Sie bieten dem Kind vielfältige Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten über den Familienrahmen hinaus. Sie erfüllen damit einen eigenständigen alters- und entwicklungsspezifischen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag im Rahmen einer auf die Förderung der Persönlichkeit des Kindes orientierten Gesamtkonzeption“ (§ 2 Absatz 1 SächsKitaG).

1. Ausgangslage und demographische Herausforderungen

Die Stadt Auerbach verzeichnet seit den 90er Jahren einen stetigen Bevölkerungsrückgang. Auerbach verlor seit 1990 bis heute fast 6000 Einwohner. Dies entspricht einem Bevölkerungsrückgang von über 20 %. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Einwohner. Der Bevölkerungsanteil der unter 25-jährigen sank im gleichen Zeitraum von 28,3 % auf 18,7 %. Die Prognosen des Statistischen Landesamtes Sachsen gehen davon aus, dass sich der Bevölkerungsrückgang und die Erhöhung des Altersdurchschnittes weiter fortsetzen werden. Für die Stadt Auerbach wird für das Jahr 2020 eine Bevölkerungszahl von 17.600 prognostiziert.

Quelle: Bertelsmann-Stiftung, www.wegweiser-kommune.de

Die Zahl der Geburten in der Stadt Auerbach sank von 1990 bis 2005 tendenziell. Erst in den Jahren 2006 bis 2009 war ein spürbares Ansteigen der Zahl der Geburten zu verzeichnen. Im Jahr 2010 sank die Geburtenzahl jedoch wieder deutlich unter das Ausgangsniveau ab. Für das laufende Jahr 2011 setzt sich dieser Trend weiter fort. Gemessen an der Geburtenzahl im Jahr 1990 liegt das heutige Geburtenniveau bei knapp 60 %. Bis zum Jahr 2020 wird sich diese Zahl auf 40 % des Wertes von 1990 reduzieren. Für die Stadt Auerbach bedeutet dies eine prognostizierte Geburtenzahl im Jahr 2020 von unter 100 Neugeborenen.

Der Trend des Bevölkerungs- und damit verbunden Geburtenrückgangs ist nicht umkehrbar. Vielmehr besteht die Herausforderung darin, den Übergang zu einer älterwerdenden Gesellschaft zu meistern. Für die Stadt Auerbach bedeutet dies, das Angebot an Kinderbetreuungsangeboten auf den künftigen Bedarf auszurichten und auch in Zukunft qualitativ hochwertige Angebote in quantitativ ausreichender Anzahl zur Verfügung zu stellen.

Die Geburtenentwicklung wird bezogen auf den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen infolge des temporären Anstieges der Geburten in den Jahren 2006 bis 2009 kurz- und mittelfristig einen höheren Bedarf nach sich ziehen. Dies ist bereits heute im Bereich der U3-jährigen (Kinderkrippe) zu spüren. Mit Einführung des bundesweiten Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz wird der Anteil der Kinder unter 3 Jahren, die einen Platz in Anspruch nehmen wollen, steigen. Aktuell liegt der prozentuale Anteil der Krippenkinder in Kindertageseinrichtungen in Auerbach bei 57 %. Wir erwarten eine Steigerung auf 60 % (Anteil der Kinder im Alter von 1-3 Jahren). Bereits heute ist ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für 3 bis 6 Jährige gesetzlich festgeschrieben. In Auerbach besuchen in dieser Altersgruppe knapp 90 % der Kinder eine Kindertageseinrichtung. Unsere Planungen gehen von einem Anstieg der Betreuungsquote auf 96 % aus.

2. Gesetzliche Rahmenbedingungen

Die gesetzliche Grundlage für die Bereitstellung von Kinderbetreuungsangeboten stellt das „Sächsische Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen“ (SächsKitaG) dar. Hier werden die Angebotsformen und Rahmenbedingungen definiert unter denen Kinder in Tageseinrichtungen oder Tagespflege betreut werden können. Gemäß § 8 SächsKitaG ist es Aufgabe der örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe die erforderliche Anzahl an Plätzen zur Verfügung zu stellen. Das Jugendamt des Vogtlandkreises ist der für die Stadt Auerbach zuständige örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe.

Für Kinder ab Vollendung des 3. Lebensjahres bis zum Schuleintritt besteht gemäß § 3 Abs. 1 SächsKitaG ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Bis zum Jahr 2013 plant die Bundesregierung darüber hinaus, einen Rechtsanspruch auch für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren einzuführen. Es wird seitens des Bundes angenommen, dass eine Betreuungsquote von 35 % der unter 3-Jährigen zur Erfüllung des geplanten Rechtsanspruches ausreichen soll.

Für die Stadt Auerbach stellt die Organisation von Kinderbetreuungsplätzen gemäß § 2 Abs. 2 SächsGemO  eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Verwaltung dar. Die Art und Weise der Umsetzung der Bedarfsplanung kann die Stadt jedoch in eigner Verantwortung festlegen. In der Stadt Auerbach wird der aktuell definierte Bedarf in Form von Plätzen in kommunalen Einrichtungen und der Mitfinanzierung von Angeboten in Kindertagesstätten freier Träger sowie privater Einrichtungen gedeckt. Zur Regelung der Verfahrensweise für die Aufnahme und Betreuung von Kindern in den kommunalen und mitfinanzierten Einrichtungen hat die Stadt gemäß § 4 SächsGemO eine Satzung erlassen.

Darüber hinaus gelten für den Betrieb und den Bau von Kindertageseinrichtungen weitere Vorschriften und Empfehlungen der Unfallkassen, des Freistaates Sachsen und seinen Behörden (hier: besonderes das Landesjugendamt). Diese regeln u.a. die Mindestraumgrößen und -ausstattung von Einrichtungen sowie deren Brandschutzvorkehrungen.

Besonders zu berücksichtigen sind die Mindestflächengrößen pro Kind. Demnach sind für jedes Krippenkind 3,5 m² und für jedes Kindergarten- und Hortkind jeweils 2,5 m² an Gruppenräumen vorzusehen. Darüber hinaus sind bestimmte Funktionsräume (im Hort u.a. Hausaufgabenzimmer) vorzusehen. Für die Außenspielflächen gilt eine Mindestgröße von 10 m² pro Kind. Zum Schutz der Kinder vor Brand sind alle Gruppenräume mit zwei unabhängigen Fluchtwegen auszustatten.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wird regelmäßig durch das Landesjugendamt, die Bauaufsichtsbehörden und die Unfallkasse Sachsen kontrolliert.

3. Ausgangssituation der Kindertagesbetreuung in der Stadt Auerbach

In der Stadt Auerbach stehen für die Betreuung von Kindern 15 Kindertageseinrichtungen und eine Tagesmutter zur Verfügung. Darunter betreibt die Stadt Auerbach 11 Einrichtungen in eigener Trägerschaft. Zwei Einrichtungen werden von einem Freien Träger (ASB) bzw. der evangelischen Kirche Auerbach betrieben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich zwei weitere Einrichtungen in Trägerschaft der Diakonie und einer GbR sowie eine Tagespflege außerhalb des gültigen Bedarfsplans gemäß § 8 SächsKitaG. Diese Einrichtungen erhalten aktuell keine kommunale Mitfinanzierung durch die Stadt Auerbach.

Quelle: Google Earth

Übersicht über Kindertageseinrichtungen in der Stadt Auerbach

Einrichtung Leiterin Trägerschaft
Kita „Wirbelwind“, Crinitzleithen 70 Frau Petzold Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Am Sonneberg“, Alte Straße 3 Frau Rudolph Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Zwergenhaus“, Göltzschtalstraße 54 Frau Götz Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Sonnenschein“, Hainberg 26 Frau Zdrahal Stadtverwaltung Auerbach
Kita Beerheide, Str. des Friedens 60 Frau Petzold Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Mischka“, Am Rosinenberg 11 Frau Witte Stadtverwaltung Auerbach
Hort der GS Grimm, Robert-Blum-Str. 1 Frau Kraus Stadtverwaltung Auerbach
Hort der GS Hinterhain, Dittesstraße 5a Frau Schuster Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Spatzennest“, Schönheider Str. 208 Frau Rudolph Stadtverwaltung Auerbach
Kita Rebesgrün, Am Sportplatz 2 Frau Schwabe Stadtverwaltung Auerbach
Kita „Waldwichtel“, Reumtengrüner Hauptstraße 49 Frau Fraß Stadtverwaltung Auerbach
Evang. Kindergarten, Turngasse 6a Frau Seifert Evang.-Lutherische Kirchgemeinde Auerbach
Kita „Sandmännchen“, Fröbelstr. 12 Frau Löscher ASB Auerbach
Kita „Sonneneck“, Fr.-Ebert-Str. 21 Frau Kirchhoff, Frau Schilbach Private Kindertagesstätte
Diakonie – Kita, „Am Bendelstein“,
A.-Schubert-Str. 19
Frau Leidel Diakonisches Werk Auerbach

Insgesamt stehen in der Stadt Auerbach aktuell 1.105 Plätze in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Diese teilen sich in 199 Krippen-, 543 Kindergarten- und 363 Hortplätze. In aktuell gültigen Bedarfsplan sind davon 175 Krippen-, 508 Kindergarten- und alle 363 Hortplätze aufgenommen.

Dem gegenüber stehen 968 Kinder im Alter von 1 bis 7 Jahren, die in der Stadt Auerbach wohnhaft sind (Stand: 28.06.2011). In der Altersgruppe 7 bis 10 Jahre (i.d.R. „Hortalter“) kommen 531 Kinder mit Wohnort Auerbach dazu.

In Gegenüberstellung der in der Stadt Auerbach wohnenden Kinder zu den angebotenen Kitaplätzen ergibt sich einen theoretische Bedarfsdeckung von:

  wohnhafte Kinder in Auerbach [1] Platzangebot im Bedarfsplan 2011 Theoretische Bedarfsdeckung
Kinderkrippe   412 175 42,5 %
Kindergarten   547 508 92,8 %
Hort   531 363 68,4 %
Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass im Durchschnitt 120 Kinder aus Auerbach Einrichtungen außerhalb der Stadt Auerbach, d.h. in Fremdgemeinden besuchen. Diese gliedern sich wie folgt:

Gemeinde Kinderzahl [2] Anteil
Ellefeld   17 14 %
Falkenstein   13 11 %
Rodewisch   57 48 %
Limbach   7 6 %
Schönheide   4 3 %
Treuen   6 5 %
Sonstige   15 13 %

Die Einrichtungen innerhalb der Stadt Auerbach sind sehr unterschiedlich ausgelastet. Insbesondere in den Ortschaften Schnarrtanne und Beerheide sinkt die Auslastung der – dort kommunalen – Einrichtungen stetig. Aktuell sind die kommunalen Einrichtungen in der Stadt Auerbach wie folgt ausgelastet:

Das derzeit in der Stadt Auerbach verfügbare Platzangebot in Kindertageseinrichtungen, die sich im Bedarfsplan befinden, ist für die Erfüllung des derzeitigen Rechtsanspruches und der allgemein angenommenen Betreuungsquote bei Krippen- und Hortplätzen als ausreichend anzusehen. Infolge des Anteils in Höhe von knapp 10 % von Kindern, die Einrichtungen außerhalb der Stadt Auerbach aufsuchen, kann der Bedarf an Plätzen mit Einrichtungen in der Stadt Auerbach vollständig gedeckt werden. Die vorgehaltenen Kapazitäten ermöglichen auch die Aufnahme von Kindern aus anderen Gemeinden. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre besuchten 45 Kinder aus Umlandgemeinden Einrichtungen in der Stadt Auerbach.

3.1. Integrative Kindertagesstätte „Mischka“

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [4]
Kinderkrippe 48 32
Kindergarten 151 132
Hort 110 84
darunter Integration 15 14

Die Kindertagesstätte „Mischka“ (Am Rosinenberg 11) wurde 1980 in Plattenbauweise (mehrgeschossig) errichtet und wurde 2005/06 umfassend saniert. Die Einrichtung besitzt eine Außenstelle in der GS Diesterweg. Dort werden zwei Hortgruppen mit maximal 50 Kindern betreut. Am eigentlichen Standort der Einrichtung werden insgesamt 259 Plätze in den Betreuungsarten Kinderkrippe, Kindergarten und Hort angeboten. Darunter stehen 15 Plätze für Kinder mit Integrationsbedarf zur Verfügung.

Die Kindertagesstätte „Mischka“ hat sich dem konzeptionellen Ziel „Bewegung und Entspannung im ganztägigen Bildungsprozess“ verschrieben. Dementsprechend wurden in vergangenen Jahren Investition in die Förderung der Bewegungsmöglichkeiten der Kinder getätigt (z.B. Kletterwand).

Die Kindertagesstätte deckt den Einzugsbereich des Neubaugebietes und der angrenzenden Altbaugebiete im Westen der Stadt ab. Weiterhin wird der Bedarf an Hortplätzen der GS Diesterweg abgedeckt.

Die Einrichtung befindet sich nach der Sanierung in einem guten baulichen Zustand. Kleinere Mängel, die bei der Sanierung nicht berücksichtigt werden konnten, müssen in den kommenden Jahren noch abgestellt werden. So entspricht die Beleuchtung der Räume nicht den aktuellen Standards. Ebenso sollte mittelfristig das Hausnetz „Elt“ und „Heizung“ erneuert werden. Die Auflagen des Brand- und Unfallschutzes werden in der Einrichtung erfüllt.

Investitionsbedarf besteht weiter bei der schrittweisen Erneuerung der kindgerechten Einrichtung. Im Rahmen der Sanierung konnte die Einrichtung aus den 80-er Jahren nicht ersetzt werden. Daraus ergibt sich hinsichtlich der Erfüllung des Bildungsauftrages, eines umfassenden Unfallschutzes und aus hygienischer Sicht mittelfristig ein stetiger Investitionsbedarf. Ersetzt werden müssen u.a. Garderoben, Liegepolster und Betten und Gruppenzimmereinrichtungen.

In der Einrichtung sind aktuell 31 Erzieherinnerinnen beschäftigt, davon besitzen 4 eine Zusatzqualifikation „HPZ“.

3.2. Integrative Kneipp-Kindertagesstätte „Zwergenhaus“

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [5]
Kinderkrippe 20 13
Kindergarten 50 50
darunter Integration 3 1

Die Kindestagestätte „Zwergenhaus“ (Göltzschtalstraße 54) wurde im Rahmen der Maßnahmen zum Konjunkturpaket II im Jahr 2010/11 durch einen eingeschossigen Neubau ersetzt. Dieser berücksichtigt alle konzeptionellen und pädagogischen Ansätze der Einrichtungen und stellt ein abgestimmtes Raumangebot zur Verfügung. Die Einrichtung verfügt über 70 Plätze, davon 20 Kinderkrippe und 50 Kindergarten. Mit dem Neubau wurden die Möglichkeiten geschaffen, davon bis zu 3 Kinder mit Behinderung (Integration) aufzunehmen.

Die Einrichtung arbeitet nach dem „Kneipp´schen“ Ansatz und strebt im Jahr 2011 eine Zertifizierung als „Kneipp-Kindertagesstätte“ an. Für die Realisierung des Konzeptes wurde ein Kneippraum mit Sauna und Wassertrittbecken eingebaut. Die Kindertagesstätte befindet sich in einen hervorragenden baulichen Zustand. Bei der Sanierung wurde auf Energieeffizienz und langlebige Bauweisen und –materialen geachtet.

Aufgrund des besonderen Konzeptes ist der Einzugsbereich der Einrichtung nicht räumlich begrenzt. Aktuell besuchen die Einrichtung vorwiegend Kinder aus dem Raum südliche Altstadt, Rempesgrün, Hinterhain/Sorga und Mühlgrün.

Infolge der Errichtung des Ersatzneubaus der Einrichtung konnte auch die Ausstattung erneuert werden. Daher besteht mittelfristig kein weiterer Investitionsbedarf.

In der Kindertagesstätte sind derzeit 8 Erzieherinnen (davon 1 HPZ) tätig.

3.3. Kindertagesstätte „Sonnenschein“

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [6]
Kinderkrippe 17 17
Kindergarten 45 36

Die Kindertagesstätte wurde 1954 errichtet und bis 1990 als Betriebskindergarten des ehemaligen VEB „Suppina“ betrieben. Mit der Wiedervereinigung gelang die Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Auerbach. Die Einrichtung ist in einem zweigeschossigen teilunterkellertem Gebäude untergebracht. Die Aufenthaltsbereiche befinden sich hauptsächlich im Obergeschoss. Dieses besitzt einen ebenen Zugang zum Außenbereich. In der Einrichtung werden 62 Plätze (17 Kinderkrippe und 45 Kindergarten) angeboten.

In der Kita werden regelmäßig Projekte durchgeführt. Zur Förderung der Gesundheit beteiligt sich die Einrichtung seit 1 ½ Jahren u.a. an dem AOK-Projekt „Tiger-Kids“ zur Förderung gesunder Ernährung und Förderung der Bewegung. Zur Umsetzung werden auch die Eltern in die Arbeit aktiv eingebunden. Aus dem Projekt sind in der Kita u.a. eine Getränkestation und eine Bewegungsbaustelle für die Kinder entstanden. Darüber hinaus konnte durch Sponsoring eine Kinderküche angeschafft werden.

In den vergangenen Jahren wurden in der Einrichtung immer wieder Instandsetzungen und Verschönerungsarbeiten vorgenommen. Im vergangenen Jahr wurde u.a. die Außenfassade und Fenster erneuert. Defizite bestehen im Bereich der Erfüllung von Auflagen des Brandschutzes (2. Rettungsweg im Sportraum und Flur/Garderobe). Infolge der Teilunterkellerung des Gebäudes traten wiederholt Probleme mit Feuchtigkeit im Erdgeschoss auf. Hier besteht weiter teils dringender Investitionsbedarf.

Die Einrichtung wird zum größten Teil von Kindern aus dem Bereich Hinterhain, Sorga und Stadtmitte besucht.

Die Ausstattung der Kita wurde in den vergangenen Jahren auch mit Hilfe von Fördermitteln und Umsetzungen schrittweise erneuert und ergänzt. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Daher besteht auch in den kommenden Jahren weiter Investitionsbedarf für die Ausstattung.

Bis zum Sommer 2011 wurde von der Einrichtung der Hort Hinterhain administrativ mit geleitet. Mit der vollständigen Inbetriebnahme des neuen Hortgebäudes in Hinterhain wurde dieser von der Kita „Sonnenschein“ abgetrennt und in eine eigene Leitung überführt.

Derzeit sind in der Einrichtung 9 Erzieherinnen tätig. Zwei davon befinden sich noch in einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Erzieher/in bzw. Sozialpädagogen.

3.4. Hort Hinterhain

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [7]
Hort 100 (125) 100
Für den Hort Hinterhain wurde im Jahr 2009/10 ein eingeschossiger Neubau auf dem Gelände der Grundschule Hinterhain errichtet. Dieser wurde nach neuesten Gesichtspunkten der Raumaufteilung und konzeptionellen Ansätzen der Einrichtung errichtet. Er verfügt über 100 Plätze. Infolge der Einschulung von geburtenstarken Jahrgängen wird das Platzangebot am Standort durch Doppelnutzung von zwei Räumen des Schulgebäudes bis voraussichtlich 2015 um 25 auf 125 Plätze erhöht.

Die Einrichtung befindet sich in einen hervorragenden baulichen Zustand. Im Rahmen des Neubaus wurde auch die Ausstattung neu angeschafft, wodurch kein Investitionsbedarf in den kommenden Jahren besteht.

Der Hort Hinterhain arbeitet seit einigen Jahren „hortoffen“, also lösen sich die Klassen- oder Gruppenverbände nach Unterrichtsschluss auf. Die Kinder können sich ihren Nachmittag frei einteilen und an verschiedenen Angeboten teilnehmen. Besonders viel Wert wird auf ausreichend Bewegung gelegt. Dies ist fest in der Konzeption verankert. Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kinder stehen in der täglichen Arbeit stets im Vordergrund. Durch die Aufteilung der Räume (Kreativ, Spiel, Hausaufgaben) kann auch der Sächsische Bildungsplan optimal umgesetzt werden. Außerdem finden sich die einzelnen Bildungsbereiche in der täglichen Arbeit mit den Kindern wieder.

Die Zusammenarbeit mit der Schule ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. In regelmäßigen Abständen sprechen wird mit den Lehrern über anfallende Probleme gesprochen. Der Hort unterstützt die Schule bei der Umsetzung der Ganztagsangebote und beide führen gemeinsam Veranstaltungen durch.

Vier Erzieherinnen, ein Praktikant und eine Sozialpädagogin stehen den Kindern zur Seite und betreuen sie vor und nach dem Unterricht. Ab Mitte August wurde die Einrichtung einer eigenen Leitung (Sozialpädagogin) unterstellt.

3.5. Hort Grimm

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [8]
Hort 50 46

Für den Hort an der Grundschule „Gebrüder Grimm“ (Robert-Blum-Str. 1) wurde das Kellergeschoss des Schulgebäudes zum Hort ausgebaut. In den Räumen können maximal 50 Hortkinder untergebracht werden.

Der bauliche Zustand der Einrichtung ist befriedigend. Es bestehen keine Mängel in Hinblick auf Brand- und Unfallschutz. In dem Gebäude wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt und entstandene Schäden insbesondere durch eindringende Wandfeuchte beseitigt. Dringender Handlungsbedarf besteht jedoch an der Einfriedung des Außengeländes. Außerdem bestehen Probleme im Außenbereich durch Ausspülungen nach Starkregen.

Die Ausstattung des Hortes wurde in den vergangenen Jahren auch mit Hilfe von Fördermitteln schrittweise erneuert und ergänzt. In geringem Umfang besteht auch in den Folgejahren ein Investitionsbedarf, hier insbesondere bei der Erneuerung der Möbel.

Die Einrichtung arbeitet in den Klassenstufen 2 bis 4 gruppenoffen. D.h. die Kinder können sich nach ihren individuellen Wünschen und Neigungen in der Einrichtung beschäftigen und bewegen.

In der Einrichtung sind derzeit 3 Erzieherinnen tätig.

3.6. Kindertagesstätte „Am Sonneberg“, Brunn

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [9]
Kinderkrippe 6 3
Kindergarten 14 9

darunter Integration

25

24

Die Kindertagesstätte „Am Sonneberg“ befindet sich im Ortsteil Brunn in einem 3-geschossigen ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus. Die Einrichtung nutzt alle Räume des Gebäudes. Es werden insgesamt 43 Plätze, aufgeteilt in 6 Krippen-, 14 Kindergarten- und 25 Hortplätze, angeboten. Aufgrund der räumlichen und sanitären Situation besteht derzeit eine Beschränkung der Krippenplätze auf maximal 3 Kinder vor Vollendung des 2. Lebensjahrs.

In der Kita wurden in den vergangenen Jahren notwendige Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Außerdem wurden dringend notwendige Investitionen in den Brandschutz realisiert. So wurde u.a. ein 2. Fluchtweg für das OG geschaffen. Außerdem wurden Auflagen zum Unfallschutz realisiert. In diesem Jahr wurde eine Fäkalspüle installiert (Auflage LJA). Das Gebäude bedarf bei einer langfristigen Nutzung einer Generalsanierung. Dabei müßten mindestens folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • Fenster/Türen erneuern
  • Sanitäranlagen erneuern
  • Hausinstallation Elt, Wasser/Abwasser erneuern
  • Schaffung einer vollbiologischen Kläranlage
  • Wärmeschutz anbringen
  • Dach sanieren
  • weitere Brandabschnitte schaffen
  • Heizung erneuern
  • teilweise Raumaufteilung ändern
  • Bodenbeläge, Maler

Die Generalsanierung der Kita würde nach ersten Rechnungen ca. 150.000 € kosten.

Die Ausstattung der Einrichtung konnte in den vergangenen Jahren u.a. durch Fördermittel des Landkreises ergänzt und teils erneuert werden. Zur Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes und des Qualitätsmanagements sind jedoch stetig Investitionen in geringem Umfang notwendig.

Die räumliche Situation im Gebäude (Schlafraum im KG, Verteilung der Gruppenzimmer auf zwei Etagen) erfordert zur Absicherung der Aufsichtspflicht einen höheren Personalansatz, als der Betreuungsschlüssel nach SächsKitaG vorgibt. Aktuell sind in der Einrichtung 3 Erzieherinnen tätig.

Die Einrichtung ist administrativ mit der Kita „Spatzennest“ verbunden. Von der Leiterin der Einrichtung wird die Kindertagesstätte „Spatzennest“ im OT Schnarrtanne mit geleitet.

3.7. Kindertagesstätte „Spatzennest“, Schnarrtanne

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [10]
Kinderkrippe 6 [11] 4
Kindergarten 24 13
Die Einrichtung befindet sich in einem zweigeschossigen Anbau an ein Mehrfamilienhaus und wurde 1974 errichtet. Die Raumaufteilung und der Brandschutz entsprechen nicht den heutigen Standards. So besteht u.a. nur ein provisorischer 2. Fluchtweg aus dem Obergeschoss. Ebenso bestehen Mängel bei der Rauchdämmung des Treppenhauses und der Abtrennung des Heizungsraums und des Öltanklagers von den kinderzugängigen Räumen. Aufgrund der brandschutztechnischen Mängel war die Einrichtung wiederholt von der sofortigen Schließung bedroht (letztmalig im Mai 2011). Durch kurzfristige Maßnahmen konnten die Mindestanforderungen erfüllt werden. Im Juni 2011 fand eine Brandverhütungsschau in der Einrichtung statt. Dabei wurden weitere Mängel festgestellt. Diese müssen kurzfristig abgestellt werden. Um die Einrichtung mittel- und/oder langfristig weiter betreiben zu können, sind folgende bauliche Maßnahmen erforderlich:

  • Fenster/Türen erneuern
  • Sanitäranlagen erneuern
  • Hausinstallation Elt, Wasser/Abwasser erneuern
  • Wärmeschutz anbringen
  • Dach sanieren
  • Abschottung des Treppenhauses
  • Trennung der Heizung und Tanklagers von der Garderobe
  • Heizung erneuern
  • Bodenbeläge, Maler
  • Vergrößerung des Außenbereichs auf mindestens 350 m²

Die Kosten für die notwendigen Maßnahmen in der Kita würde nach ersten Rechnungen ca. 160.000 € betragen. Eine Verlagerung der Kita in Teile des „Haus des Gastes“ in Schnarrtanne wurde ebenfalls geprüft, jedoch aufgrund der Kosten für die Ablösung der einst eingesetzten Fördermittel in Höhe von ca. 300.000 € und zusätzlichen Umbaukosten in Höhe von ca. 125.000 € jedoch als unwirtschaftlich wieder verworfen. Gegenüber der Sanierung der Kita im Bestand wurde auch die Schaffung einer temporären Ersatzlösung auf dem Gelände des Haus des Gastes geprüft. Nach ersten überschlägigen Rechnungen würde ein flexibler Ersatzbau ca. 200.000 € kosten. Der Ersatzbau sollte für eine Kapazität von 8-10 KK und 10-15 KG-Plätzen ausgelegt werden.

Die Kindertagesstätte verfügt über 30 Plätze für Kinder im Alter von 2 bis 6/7 Jahre.

Eine Aufnahme von Kindern vor Vollendung des 2. Lebensjahrs ist laut Betriebserlaubnis nicht möglich.

In der Kita sind derzeit zwei Erzieher tätig. Der Bedarf nach Personalschlüssel des SächsKitaG würde aufgrund der geringen Kinderzahl nur ca. 1 VZÄ ergeben.

3.8. Kindertagesstätte „Wirbelwind“, Rempesgrün

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [12]
Kinderkrippe 10 10
Kindergarten 29 19
darunter Integration 3 0

Die Einrichtung besteht in der derzeitigen Form seit über 50 Jahren (Eröffnung 1958). Sie ist in einem Mehrfamilienwohnhaus und einem Flachanbau untergebracht. Im Kellergeschoss des Hauses befindet sich ein Mehrzweck- und Sportraum. Im Zuge der bedarfsgerechten Erweiterung des Angebotes an Krippenplätzen in der Stadt Auerbach wurden im Jahr 2010 in der Einrichtung zusätzliche Krippenplätze geschaffen. Aktuell stehen hier 10 Krippenplätze und 32 Kindergartenplätze zur Verfügung. Im Mai 2011 wurde durch das LJA die Genehmigung erteilt, 3 Plätze für Kinder mit Behinderung (Integration) ausweisen zu können. Als Auflage wurde dabei die Bereitstellung des notwendigen Personals gemäß SächsIntegVO festgelegt.

Die Kindertagesstätte weist aufgrund der räumlichen Situation im Gebäude bauliche Defizite auf. Diese umfassen u.a. die Trennung von Funktionsbereichen und den Brandschutz. Hierbei besteht kurzfristig Investitionsbedarf. Eine im Juni durchgeführte Brandverhütungsschau zeigte weiteren Maßnahmenbedarf auf, der kurzfristig zu erledigen ist. Im Jahr 2011 werden darüber hinaus noch Maßnahmen im Bereich Wärmeschutz durchgeführt.

Die Ausstattung der Einrichtung konnte in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Fördermitteln stetig erneuert und ergänzt werden. Kurzfristig besteht kein Bedarf an weiteren Investitionen.

In der Einrichtung sind derzeit 4 Erzieherinnen tätig. Derzeit besitzt keine der Erzieherinn die notwendige Qualifikation für die Betreuung von Kindern mit Behinderung. Es ist geplant kurzfristig eine Heilerziehungspflegerin aus einer anderen Einrichtung in die Kita „Wirbelwind“ umzusetzen. Damit wären die personellen Mindestvoraussetzungen für die Aufnahmen von Kindern mit Behinderung erfüllt.

Die Einrichtung ist administrativ mit der Kita „Rappelkiste“ verbunden. Von der Leiterin der Einrichtung wird die Kindertagesstätte „Rappelkiste“ im OT Beerheide mit geleitet.

3.9. Kindertagesstätte „Rappelkiste“, Beerheide

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [13]
Kinderkrippe 3 [14] 1
Kindergarten 22 11
 
Die Kindertagesstätte ist im Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses in der Ortschaft Beerheide (Straße des Friedens 60) untergebracht. Das Gebäude befindet sich im Besitz der AWO GmbH. Es stehen 25 Plätze zur Verfügung. Aufgrund der räumlichen Situation (u.a. Waschraum über den Flur am anderen Ende des Gebäudes) wurde der Aufnahme von Krippenkindern unter 2 Jahren nicht zugestimmt.

In die Einrichtung wurde in den vergangenen Jahren immer wieder investiert. So wurden die Gruppenräume saniert, der Waschraum grundlegend modernisiert und auch die Ausstattung verbessert.

Durch die geringe Kinderzahl ist es notwendig, die Einrichtung mit einem deutlich höheren Personalbesatz, als der Betreuungsschlüssel nach SächsKitaG vorgibt, zu betreiben.

Die Einrichtung ist administrativ mit der Kita „Wirbelwind“ verbunden.

In der Kita sind derzeit zwei Erzieher tätig. Der Bedarf nach Personalschlüssel des SächsKitaG würde aufgrund der geringen Kinderzahl nur ca. 1 VZÄ ergeben.

3.10. Kindertagesstätte „Waldwichtel“, Reumtengrün

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [15]
Kinderkrippe 12 9
Kindergarten 32 27
Hort 60 38

Die Einrichtung ist auf zwei Gebäude verteilt. Der Teil Kinderkrippe und Kindergarten ist auf 2 Geschossen in einem ehemaligen Mehrfamilienhaus untergebracht. Im DG des Hauses befindet sich noch eine vermietete Wohnung. Der Teil „Hort“ der Kita nutzt zum einen zwei Klassenräume im Erdgeschoss der Schule und zwei Räume in einem Anbau zwischen Schulgebäude und Feuerwehrgebäude in Reumtengrün. Insgesamt verfügt die Einrichtung über eine Kapazität von 104 Plätzen (12 Kinderkrippe, 32 Kindergarten und 60 Hort).

Im Jahr 2008 konnte der Krippenbereich modernisiert und erweitert werden. Gleichzeitig wurden die sanitären Bedingungen in Krippe und Kindergarten deutlich verbessert. Außerdem wurde ein 2. Fluchtweg für das OG geschaffen (2006). Insgesamt befindet sich die Einrichtung (KK, KG) in einem guten baulichen Zustand. Die Räume des Hortes weisen geringe Mängel auf.

Die Ausstattung der Einrichtung konnte in den vergangenen Jahren u.a. durch Fördermittel des Landkreises ergänzt und teils erneuert werden. Zur Umsetzung des sächsischen Bildungsplanes und des Qualitätsmanagements sind jedoch Investitionen auch künftig notwendig. So fehlt ein geeigneter hausnaher Spielplatz für die Krippe.

In der Kindertagesstätte sind derzeit 7 Erzieherinnen tätig.

3.11. Kindertagesstätte „Purzelbaum“, Rebesgrün

Betreuungsart Platzangebot Auslastung [16]
Kinderkrippe 12 8
Kindergarten 24 24

Die Kindertagesstätte besteht aus einem eingeschossigen Gebäude, das mit Hilfe von Fördermitteln im Jahr 2005 grundlegend saniert werden konnte. Die Einrichtung befindet sich heute in einem insgesamt guten baulichen Zustand. Einzig die Nutzbarkeit des Kellers ist aufgrund von Raumfeuchte stark eingeschränkt. In der Einrichtung fehlt ein geeigneter Raum zur witterungsgeschüzten Einlagerung von Gartenspielzeug und Kinderfahrzeugen. Die Einrichtung verfügt über 36 Plätze (12 Kinderkrippe, 24 Kindergarten). Durch den sehr kleinen Schlafraum für die Krippe wurde die Kapazität der Krippe auf 3 Kinder unter 2 Jahren beschränkt.

Die Ausstattung der Einrichtung konnte in den vergangenen Jahren mit Hilfe von Fördermitteln stetig erneuert und ergänzt werden. Kurzfristig besteht kein Bedarf an weiteren Investitionen.

Derzeit sind in Rebesgrün 5 Erzieherinnen tätig.

3.12. Freie Träger ASB und evangelische Kirche Auerbach

Zu den Einrichtungen, die sich in kommunaler Trägerschaft befinden, betreiben die freien Träger ASB und evangelische Kirche in Auerbach jeweils eine Kita. Beide Einrichtungen werden im Rahmen des Bedarfsplans gemäß § 17 Absatz 2 SächsKitaG von der Stadt Auerbach mitfinanziert. Der jeweilige Träger leistet einen Eigenbeitrag nach seiner Leistungsfähigkeit.

Die Einrichtungen wurden beide durch die Träger mit Hilfe von Fördermitteln stetig erneuert und befinden sich in einem guten baulichen Zustand. Die Auslastung der Einrichtungen liegt bei über 90%.

Die Kita der evangelischen Kirche befindet sich in einem kircheneigenen Gebäude. Die ASB-Kindertagesstätte „Sandmännchen“ befindet sich einem derzeit mietfrei überlassenen Gebäude der Stadt Auerbach.

4. Standort- und Einrichtungsplanung [17]

Mit einer abgestimmten und zielorientierten Planung der Kinderbetreuungskapazitäten soll eine bedarfsgerechte Versorgung der Stadt Auerbach und der Ortsteile erreicht werden.  Dabei sollen künftig Über- und Unterkapazitäten vermieden werden und die Einrichtungen in einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Größe geführt werden, um die öffentlichen Mittel effizient einzusetzen.

Die Planung der Standorte der Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt Auerbach erfolgt in einem dreistufigen System unter Berücksichtigung der Kapazitäten, die von freien Trägern und privaten Anbietern in Auerbach unterhalten und mitfinanziert werden. Bei der Standortplanung soll auch die Entwicklung der Kinderzahl und die territoriale Verteilung auf die Stadtteile berücksichtigt werden.

Eine weitere Grundlage für die Planung von Standorten der Kinderbetreuung stellt die Auslastungsprognose der jeweiligen Einrichtung (Anlage 1) dar. Dabei wird ausgehend vom mittelfristigen Trend, der Geburtenzahl innerhalb der Stadt, des aktuellen Anteils von Kindern an der Bevölkerung des Stadt- oder Ortsteils und den bereits vorliegenden Anmeldungen eine Prognose der künftigen Auslastung der Einrichtung erstellt. Diese beruht nicht auf mathematischen oder statistischen Berechnungen, sondern auf einer Einschätzung des Fachamtes und der jeweiligen Einrichtung.

Weiteres Ziel der Planung ist die Vielfalt der konzeptionellen Angebote zu erhöhen und die Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft in Hinblick auf ihre Stärken zu spezialisieren, um den Eltern innerhalb der Stadt entsprechend den jeweiligen Standortbedingungen ein bestmögliches Angebot zu unterbreiten.

Die kurzfristigen Planungen betreffen eine Zeitspanne von 1-2 Jahren, die mittelfristigen blicken auf einen Zeitraum von ca. 5 Jahren und die als langfristig eingestuften Überlegungen gehen von einem Zeithorizont bis 2020 aus. 

4.1. Kurzfristig

Im Rahmen einer turnusmäßigen Brandverhütungsschau wurden Mängel im Bereich des Brandschutzes in mehreren Kita´s festgestellt. Diese Mängel müssen kurzfristig abgestellt werden. U.a. ist dabei der zweite Fluchtweg der Kita „Spatzennest“ entsprechend den baulichen Vorschriften zu verändern.

Da die Bedingungen in der Kita „Spatzennest“ nicht den aktuellen Erfordernissen entsprechen und diese sich auch nur mit unvertretbarem Aufwand am derzeitigen Standort herstellen lassen, sollte bis Ende 2012 ein temporärer Ersatzbau auf dem Gelände des Haus des Gastes geschaffen werden. Mit dem Ersatzbau soll auch die Kapazitätsbeschränkung für die Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren aufgehoben werden. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten hierfür auf ca. 200.000 €. Für die Maßnahme sollte die Inanspruchnahme von FM auf dem Programm ILE geprüft werden. Im Falle einer Förderung des Projektes wäre ein Eigenmittelbedarf der Stadt in Höhe von ca. 75.000 € notwendig.

Die Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft in den Ortschaften Beerheide und Schnarrtanne sind momentan zu unter 60 % ausgelastet. Es ist zu prüfen, ob die aktuell genehmigten Kapazitäten dem tatsächlich benötigten Bedarf entsprechen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind die angebotenen Kapazitäten zu reduzieren.

Zur Verbesserung des Angebotes an Betreuungsplätzen für unter 3-jährige ist geplant, die Kapazitätsbeschränkung in der Kita „Purzelbaum“ für unter 2-jährige aufzulösen. Dazu ist in der Kita die Schaffung eines größeren Schlafraumes für die Krippe notwendig. Diese Maßnahme ist für das Jahr 2012 unter Inanspruchnahme von Fördermitteln (Bundesmittel) vorgesehen. Die geplanten Kosten belaufen sich auf ca. 10.000 €.

Zur Weiterentwicklung der inhaltlichen Arbeit ist eine Spezifizierung der pädagogischen Konzepte der kommunalen Einrichtungen vorgesehen. Im Jahr 2011 soll dazu eine Zertifizierung der Kita „Zwergenhaus“ als Kneipp-Kindertagesstätte durchgeführt werden.

Mit Schuljahr 2010/11 begann der evangelische Schulverein Göltzschtal mit dem Betrieb einer evangelischen Grundschule im Gebäude der Grundschule Reumtengrün. Die sich dort noch befindliche staatliche Schule wird planmäßig aufgehoben. Damit wird sich der Bedarf an Hortplätzen jährlich reduzieren. In diesem Zusammenhang soll die Anzahl der Hortplätze der Kita „Waldwichtel“ schrittweise bis 2014 auf 20 Plätze reduziert werden.

Zur Finanzierung der Einrichtungen im Bedarfsplan in nichtkommunaler Trägerschaft wurde mit Beschluss des Stadtrates eine „Richtlinie über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Kindertagesstätten von Trägern der freien Jugendhilfe“ (Kita-Finanzierungsrichtlinie) erlassen. Diese wird ab 2012 für alle Eirichtungen bindend sein. Damit soll eine einheitliche Bemessung der angemessenen Kosten für die Betreibung einer Kita im Sinne von § 14 Absatz 1 SächsKitaG eingeführt werden.

Mit Beschluss des Stadtrates der Stadt Auerbach werden zum 01.01.2012 zwei weitere Kindertagesstätten (Diakonie „Am Bendelstein und Kita „Sonneneck“) in den Bedarfsplan des Vogtlandkreises aufgenommen. Damit werden diese Einrichtungen ab 2012 auch kommunal mitfinanziert. Das Platzangebot in Auerbach steigt um 59 Plätze.

4.2. Mittelfristig

Beginnend mit 2012 werden ausgehend von einem Geburtenrückgang ab 2010 weniger Kinder einen Platz in Kindertageseinrichtungen benötigen. Da heute davon auszugehen ist, dass die Geburtenentwicklung weiter rückläufig sein wird, wird dich dieser Trend in den Folgejahren weiter verstärken. Daher besteht die Aufgabe maßvoll Kapazitäten abzubauen. Gleichzeitig soll jedoch die Betreuungsqualität in Hinblick auf die räumlichen Voraussetzungen und die pädagogische Qualität weiter verbessert werden.

Aus diesem Ansatz heraus wäre es sinnvoll die Kita „Am Sonneberg“ zu modernisieren. Dazu ist zu prüfen, ob eine Sanierung im Bestand die wirtschaftlichste Lösung ist. Alternativ wäre die Errichtung eines Ersatzneubaus in massiver bzw. temporärer Bauweise. Das endgültige Ergebnis der Vergleichsrechnung ist mit den zuständigen Gremien zu diskutieren.

Nach ersten Rechnungen ergibt sich folgende Variantengegenüberstellung:

 

Sanierung im Bestand

 
Ersatzbau

massiv

Ersatzbau temporär
Kosten

150.000 €

450.000 € 350.000 €

Verbesserung der Qualität
nein ja ja
Fördermöglichkeit ILE

 Nein,

da die Voraussetzungen der ENEV nicht erfüllt werden können

 ja


eventuell,

wenn die Voraussetzungen der ENEV erfüllt werden können


Fördersatz (theoretisch)
 0 %  75 % netto 75 %


Fördersumme

0 €

283.360 € 220.600 €


EM Stadt Auerbach

150.000 €  166.640 € 129.400 €

Effizienzvorteil p.a.
(Personal, Energie)
2.500 € 6.000 € 5.000 €

Amortisation theoretisch

(mit Förderung)

(ohne Förderung)

 

 

60 Jahre

60 Jahre

 

 

28 Jahre

75 Jahre

 

 

26 Jahre

58 Jahre

In den Jahren 2013/2014 ist die Sanierung der GS Diesterweg geplant. In Zuge des Umbaus der Schule gemäß Raumplan des Freistaates Sachsen ist im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsansatzes auch die vollständige Integration des Hortes aus der Kita Mischka in die Schule geplant. Die dann in der Kita Mischka freiwerdenden Räume können zur Umsetzung eines gruppenoffenen Ansatzes in der Kita und zur Einzelförderung von Kindern mit Behinderung genutzt werden.

In einem mittelfristigen Zeithorizont sollen die kommunalen Kindertagesstätten stärker individualisiert und in ihrem jeweiligen Profil geschärft werden, sodass eine breitere Auswahl von pädagogischen Ansätzen, konfessionellen Ausrichtungen und inhaltlichen Konzepten den Eltern angeboten werden kann.

4.3. Langfristig

Einhergehend mit der geringeren Zahl von Geburten in Auerbach und der damit sinkenden Zahl von Kindern in Kindertageseinrichtungen wird auch die Zahl der Einschüler in den Grundschulen sinken. Dies wird bis 2020 auch zu einer Überprüfung der notwendigen Schulstandorte führen. Sofern der Bedarf dann eine weitere Reduzierung der Anzahl der Einschulklassen zur Folge hat, ist geplant den Grundschulstandort Gebrüder Grimm aufzugeben. In der Folge würde damit auch der Hort „Grimm“ aufgegeben.

Langfristig wäre zu prüfen, ob es sinnvoll wäre, die Einrichtungen Kita „Am Sonneberg“, Kita „Spatzennest“ und Kita „Rappelkiste“ zusammenzufassen und in einer neugebauten bzw. vereinten Einrichtung mit einer Platzkapazität von ca. 65 Plätzen (12-15 KK, 25-30 KG, 20-25 Hort) unterzubringen. Der Standort der neuen Einrichtung soll für das gesamte Einzugsgebiet gut erreichbar sein, eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel (insbesondere Schulbus) besitzen, über ein ausreichendes Außengelände verfügen und die Inanspruchnahmen von Fördermitteln aus der ILE-Förderrichtlinie für die Realisierung ermöglichen. Mit der Errichtung würde die angebotene Gesamtkapazität aller Einrichtungen in der Stadt bedarfsgerecht verringert. Mit der Errichtung einer neuen Kita für die Ortsteile Brunn, Schnarrtanne und Beerheide würden die Betreibungskosten um mind. 50 % reduziert, durch effektiveren Personaleinsatz der Personalbedarf um 1 bis 1,5 VzÄ[18] reduziert werden. In Summe könnten Einsparungen in Höhe von mind. 49.700 €[19] pro Jahr bei höherer Qualität erzielt werden.

Zur Aufrechterhaltung eines Mindestangebotes an Kinderbetreuung wäre in den Ortschaften die Einrichtung einer Kindertagespflege im Bedarfsplan zu prüfen und ggf. die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

5. Zusammenfassung

Die Stadt Auerbach verfügt bereits heute über ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in allen Betreuungsarten. Dieses wird zu einem Großteil von kommunalen Einrichtungen bereitgestellt. Darüber hinaus bieten freie Träger weitere Plätze an. Ab 2012 wird das Angebot um weitere Kapazitäten erhöht.

Der Bedarf an Kinderbetreuungseinrichtungen ist territorial innerhalb der Stadt unterschiedlich verteilt. Während in den Ortschaften weniger Plätze nachgefragt werden, stieg der Bedarf im innerstädtischen Bereich in den vergangenen Jahren besonders bei Kindern unter 3 Jahren stetig an. Hier macht es sich erforderlich, Kapazitäten innerhalb der Stadt zu verlagern. Langfristig wird infolge der sinkenden Geburtenzahl der Bedarf sinken. Aus diesem Grund wird mittel- und langfristig der Abbau von Kitaplätzen notwendig werden.

Aus heutiger Sicht werden sich die Betreuungskapazitäten in der Stadt Auerbach bis 2020 weniger verringern als der Bedarf, dies wird voraussichtlich zu höheren Überkapazitäten führen. Um dies zu verhindern, wäre eine raschere Reduzierung von Betreuungsangeboten notwendig.

Die Herausforderungen der Zukunft können nur bewältigt werden, wenn die Kindertagesstättenplanung ständig an die aktuellen Erfordernisse angepasst wird und eine Schaffung von Überkapazitäten nicht erfolgt. Das Ziel ist es auch in Zukunft ein breit gefächertes und bedarfsdeckendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen in der Stadt Auerbach anzubieten.

[1] Stand: 28.06.2011

[2] Stand: Oktober 2010

[3] Stand: Juli 2011

[4] Stand: Juni 2011

[5] Stand Juni 2011

[6] Stand: Mai 2011

[7] Stand: Plan August 2011

[8] Stand: Juli 2011

[9] Stand: Juni 2011

[10] Stand: Juni 2011

[11] ab Vollendung des 2. Lebensjahrs

[12] Stand: Juni 2011

[13] Stand: Juni 2011

[14] Ab Vollendung des 2. Lebensjahrs

[15] Stand: Juni 2011

[16] Stand: Juni 2011

[17] Bezogen auf das Platzangebot ab 01.01.2012

[18] Bezogen auf die gleiche Kinderzahl

[19] Bezogen auf heutige Preise und TV